Aus mit der Gutshausatmosphäre, mit Kammern und Bediensteten!
Fr Jon trägt meine Koffer, Reisetasche alle diese 50 kg auf einmal, leicht schwungvoll und packt sie in den Jeep. Wir fahren nur 300 Meter den Huegel hinunter. Dann sendet er mich in mein neues Zuhause in aller Leichtigkeit des Seins.
Christina, three things: 1. If you need something call me and I will try to arrange. 2. Be frank! 3. Be free!
Da stehe ich nun halb traurig, halb froh.
Ein bisschen Wehmut kommt hoch, weil ich mein Maerchenleben aufgeben muss.
Jedoch spüre ich auch ein Stück Eigenständigkeit Freiheit auf mich zukommen. Hier im Haus bin ich Herr, gewinne Freiraum zu etwas Intimität. (Denkste!) Und der dauernde Betrieb und die vielen Gäste im Pfarrhof und das Beobachtet werden von den Arbeitern ist hier nicht gegeben.
Das Gästehaus ist einer von drei nebeneinander errichteten gemauerter Bungalows gegenüber dem Konvent der Benediktinerschwestern gelegen. Es ist umgeben von einem Gemüsegarten und im Inneren großzügig angelegt für Gästegruppen: marmorierte Steinböden, vorne ein großer Wohnraum, rechts ein großer Essbereich, links Lehnstühle um einen Couchtisch, nach hinten ein Gang mit drei Schlafräumen, einem netten Badezimmer und Toilette.
Ich wähle mir ein Zimmer aus, das nach hinten in den Garten und zur Terrasse hinausschaut, zwei Fenster hat und somit hell und freundlich ist und richte mir mein Zimmer ein. So wie sie sind, möchte ich sie nicht belassen, so angefüllt nur mit Betten. Ich schiebe aus den verschiedenen Räumen Möbelstücke in das hintere Zimmer und bin zuletzt recht zufrieden mit dem Ergebnis. Zwei Betten habe ich belassen, eines verwende ich zum Schlafen, das andere als Couch, ein Kasten mit Hänge- und Schrankteil wird mit meinen Kleidungsstücken, ein großer Tisch wird als Schreibtisch für mein Lehrerdasein, ein nettes zierliches Regal für allerlei Bücher, Musik und Krims Krams. Das Kreuz und die Maria von Karli, der hl. Jakobus aus Santiago und die hl. Christina mit den Pfeilen, die doch in Santiago wie Schreibfedern ausgesehen hatten und die Schwester gibt mir ihr Bügeleisen und ihren Kassettenrecorder Wertvoll die paar Bilder von der Familie und am allermeisten Mama´s Adler. Fliege Christina!
Einen ganzen Nachmittag bin ich beschäftigt mit Putzen und Einrichten und Lutigate und die Schwestern bestaunen meine Kraft als ich das Bett in das andere Zimmer schiebe und den Kasten in meines.
Afrika – Nichts geht heute! Breakdown! Frust! 22. Sept.05
Ich will in Ruhe frühstücken. - Eine Gruppe Italiener bevölkert das Haus.
Ich will mich duschen. – Das Wasser kommt gar nicht und dann nur aus drei Löchern.
Ich will mir die Haare waschen. - Das Wasser ist kalt.
Ich will Wäsche waschen. – In die kleine Risswunde darf keine Verunreinigung.
Ich will am Computer arbeiten. – Es gibt keinen Strom.
Ich will ein SMS schicken. – Es gibt keine Verbindung.
Ich will im Auto in die Freiheit fahren. – Es gibt kein Fahrzeug für mich.
Ich will private Intimsphäre. – Die Köchin rumort in der Küche herum. kocht mein Essen.
Ich will nichts essen. – Es wird für mich gekocht.
Ich will allein spazieren gehen. – Ein Mädchen will mich begleiten.
Ich will an einen unentdeckten Ort. – Sie wollen wissen, wo ich hingehe.
Ich will anonym sein. – Die weiße Frau beobachtet jeder.
Ich will frei sein. – Meine Zeit wird eingeteilt.