Afrika - Karibu sana! Willkommen Christina!

Father Jon hat mich gebeten vor die Gemeinde zu treten bei der Sonntagsmesse und mich vorzustellen. 1000 bunte schwarze Menschen beaeugen mich neugierig. Was will sie hier, die weisse Frau? Am Ende der Messe ruft er mich auf, nach vorne zu teten. Wir stehen beide am Mikrofon. Ich stelle mich in Englisch vor, er uebersetzt. Ich sage, warum ich hier bin: Lehren wolle ich, Englisch Unterricht geben, vom Bischof sei ich gesendet, bitte darum, dass sie mich aufnehmen, zumindest sein lassen in ihrer Mitte, sage, dass ich als Freund komme und nicht nur als Lehrer, sondern auch als Schueler. Wir sprechen beide mit Charme, dreimal Applaus. Da nehme ich ein Bad in der Menge!

Und das auch, als ich spaeter nach draussen gehe. Zwischen roter Erde und schwarzen Kraeuselkoepfen, auf holprigen Wegen
wandle ich wie eine Prinzessin. Schwester Can half mir den Sarong anzulegen, knoechellang, erdtonfarben, mit schwarzen Krokodilen bedruckt. Jetzt bin ich so richtig schoen in ihren Augen, so schoen wie die Menschen Afrikas, die mir begegnen.
Frauen, aufrecht schreitend, in langen bunten Gewaendern, einen Turban oder eine Last auf ihrem Kopf tragend, aber auch Kinder mit den langen Holzaesten fuer das Feuerholz, Buben mit einem Knaeuel Papierfetzen Fussball spielend, Maenner in zerschlissenen oder schoenen Anzuegen. Jambo Christina!
Jetzt bin ich sicher, mit dem Segen der Kirche, jetzt darf ich hier sein, mich frei bewegen. Karibu sana, Christina! Willkommen Christina! Bisweilen ein Knicks, der Gruss Shikamoo, die Ehrerbietung an jemand hoeher gestellten. Hier bist du jemand als Lehrer, als Gast. Aber richtig musst du es machen! Wer dennoch verschlossen bleiben will, den gruesse ich freundlich. Hujambo! Habari za asubuhi? - Gruess Gott! Wie geht es heute Morgen? Dann kommt ein Laecheln und ein ueberraschter Gruss. Geoeffnet!