Um 11 Uhr nachts kommen wir wohlbehalten und nach angeregt gefuehrter Unterhaltung guter Dinge bei der Bischofsresidenz in Njombe an. Father Peter war so entgegenkommend waehrend der Fahrt und hat viele Unsicherheiten weggefegt und Unklarheiten ausgeraeumt. Dennoch, immer naeher kommen wir dem Einsatzgebiet. Es wird ernst!
Ich beziehe ein recht nettes Zimmer im Haus des Bischofs, sogar mit Dusche und Klo. Wie diese funktioniert, kriege ich aber beim besten Willen nicht heraus. Froh bin ich, als ich auf dem Tisch ein Sortiment an Getraenken vorfinde, darunter
Mineralwasser in abgefuellten Flaschen und vorzuegliches Bier. Das schmeckt und laesst mich zusammen mit heimatlicher Musik aus dem MP3-Player in meine neue Welt entschlummern.
Fruehstueck im Wohnzimmer des Bischofs mit Father Peter.
Vorzueglich! Es gibt sogar deutsche Wurst und Kaese, Spuren der deutschen Benediktiner ueberall.
Dann der Besuch einer bayrischen Entwicklungshelferin und eines deutschen Maedchens. Die meinen zum Father: So wie die hier auftritt, die packt das schon!
Draussen im Hof kommt ein junger Mann auf mich zu, begruesst mich herzlich und meint, ich muesste Christina sein. So lerne ich F. Jonathan kennen, in dessen Obhut ich mich nun bald begeben werde und dessen Pfarre mein neues Einsatzgebiet ist.
Er zeigt mir Njombe und ich habe wirklich das Gefuehl, ich brauche seinen Schutz in dieser fremden, schwarzen Welt voll Bretterbuden, Staub und misstrauischen Blicken.
F. Peter faehrt mit mir in ein Internetzentrum, kaum zu glauben, dass hier ein Hauch 21. Jh. Einzug gehalten hat.
Feierlich und gut sind die Mahlzeiten im Bischofshaus. Zum Abendessen kehrt der ortsansaessige Bischof mit vier anderen von einem Meeting zurueck und ich habe die Ehre nach dem Mahl mit ihnen in ihrem privaten Wohnzimmer zu sitzen, eine hoechst ehrwuerdige Angelegenheit.
Am naechsten Morgen erhalte ich eine Audienz beim Bischof, dem ich mich vorstelle und mein Gastgeschenk ueberreiche.
Und nun kann die letzte Etappe des Anfahrtsweges beginnen.
F. Jonathans weisser Allradjeep steht bereit, ebenso einige Leute, die mitfahren, aber auch Waren aller Art.
F. Peter habe ich zu meinem Schutzengel auserkoren und ihn verlasse ich nun mit dem Gefuehl Onkel Tom aus dem gleichnamigen Roman begegnet zu sein.